Lake

Lechstausee bei Prem / Helmenstein

Strom aus Wasserkraft – klimafreundlich, aber trotzdem nicht immer „öko“

Das 1970 bis 1972 errichtete Kraftwerk Helmenstein an der Lechstaustufe 2 ist eines der größeren Wasserkraftwerke am Lech: Mit einer Fallhöhe von 15,6 Metern strömt das Wasser durch drei Kaplan-Turbinen. Bei einer Ausbauleistung von 19,2 Megawatt werden so im Jahresdurchschnitt 77,4 Gigawattstunden klimafreundlichen Stroms erzeugt: Gegenüber der Erzeugung der gleichen Strommenge mittels fossiler Energieträger wie zum Beispiel Steinkohle kann so der Ausstoß von 44.000 Tonnen klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) vermieden werden. Etwa 25.000 Haushalte können so mit regenerativer, „sauberer“ Energie versorgt werden.

Trotz dieses Beitrags zum Klimaschutz muss man jedoch auch die Auswirkungen des Kraftwerksbaus auf die Natur des Lechtals in eine ökologische Bilanz miteinbeziehen: Im Stausee versanken wertvolle Biotope wie Kiesbänke, Trockenrasen, Auwald und der vielarmige Flusslauf selbst. Das Kraftwerk ist ein unpassierbares Hindernis einerseits für Wasserlebewesen, andererseits aber auch für das vom Fluss transportierte Geschiebe wie Kies und Sand. Die für die Stromerzeugung genutzte Kraft des Wassers fehlt zudem in der Landschaft. Das ursprüngliche Wechselspiel zwischen Wasser und Geschiebe, das die Lebensräume der Auenlandschaft mit jedem Hochwasser neu formte, ist deshalb zum Erliegen gekommen. Die Lebensräume und mit ihnen bedrohte Tier- und Pflanzenarten verschwinden.

Die offene Fläche hier neben dem Kraftwerk bietet jedoch einigen seltenen Pflanzenarten ein Refugium: Ein kleinstandörtliches Mosaik von trockenem Kies und besser wasser- und nährstoffversorgten sandig-lehmigen Bereichen und eine behutsame Pflege ließen hier einen artenreichen Kalkmagerrasen mit einem wertvollen Orchideenvorkommen entstehen, in Teilbereichen finden sich auch Arten der Kalkflachmoore.

Eine typische Pflanze an dieser Stelle  ist die Spargelerbse: Die Spargelerbse ist eher im Mittelemeerraum beheimatet, ist also über die Alpen zu uns gewandert. Nur Hummeln kommen mit Ihrem Rüssel an den tief sitzenden Nektar.

 

Diese Information wurde im Rahmen des Hot Spot Projektes Alpenflusslandschaften erstellt. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt, mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie mit Mitteln des Bayerischen Naturschutzfonds.

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