Romanische Basilika Altenstadt
© Tourismusverband Pfaffenwinkel
Zu den hervorragendsten Bauwerken in Altenstadt, zählt die
St. Michaelsbasilika. Ihre Entstehungszeit wird zwischen 1170 und 1220 datiert.
Ganz im Stil der alpenländischen Romanik, erlesen in Zierrat und Ausstattung, zeigt sie den klassischen Typ der Basilika nach weströmischem Vorbild: Drei Schiffe, endend in den Apsiden und mit zwei mächtigen Türmen im Osten. Das Innere der Kirche wird bestimmt durch die Ausgewogenheit der Maße und Verhältnisse zueinander und die kostbaren sakralen Kunstwerke aus romansicher und gotischer Zeit.
Im Blickpunkt beim Betreten der Basilika steht der
"Große Gott von Altenstadt", eine 3,20 m große Holzplastik aus dem beginnenden 13. Jhd.: Christus hat alles Leid und den Tod überwunden. Er steht als König am Kreuz, seine Arme sind ausgebreitet, auf dem Haupt ein goldener Reif, nicht die Dornenkrone. "Kommt alle, die ihr mühselig und beladen seid!"
Ein weiteres Denkmal aus der romanischen Zeit ist das
Taufbecken aus Sandstein im südlichen Seitenschiff. Vier Bilder ragen aus der Vielzahl von Symbolen heraus:
St. Michael, der Streiter für Gott, besiegt den höllischen Drachen. Maria, die Mittlerin der Menschwerdung Jesu, trägt das Kind auf dem Arm. Johannes der Täufer zeigt auf das Lamm, das hinweg nimmt die Sünden der Welt. Christus, ohne Sünde, entsteigt der Taufe im Jordan.
Beeindruckend sind auch die Fresken: Das 8,5 m große Bild des Hl. Christopherus, des Wegbegleiters anHeeres- und Handelsstraßen (um 1200, erst 1994 wieder entdeckt), wohl eine der ältesten Darstellungen dieses Heiligen im süddeutschen Raum.
Bereits der frühen Gotik entstammen die gut erhaltenen Fresken im Chorraum:
Die Verkündigung Mariä mit dem Erzengel Gabriel und dem machtvollen St. Michael als Seelenwäger, mit Adam und Eva und zwei Teufelsgestalten in den Waagschalen.
Auf dem Tympanon über dem äußeren Westportal befreit ein Ritter einen Menschen aus dem Rachen eines Untiers. Dieser Ritter lässt sich deuten als St. Michael, Patron der Altenstadter Kirche, wahrscheinlich jedoch als Christus, der Menschen in aller Bedrängnis beisteht (Ps. 35,1-3) und sie in seine Nachfolge ruft (Eph. 6)
Das romanische Juwel des Pfaffenwinkels, die Basilika St. Michael, das geschichtliche Wahrzeichen des Ortes, hat mehr als 800 Jahre nahezu unverändert überdauert. Ihre Architektur und Ausstattung versinnbildlichen die Glaubensvorstellungen des 12. Jhd. Sie war über die Zeiten hinweg die religiöse Mitte der Pfarrgemeinde und ist es auch heute noch. In ihr versammeln sich die Gemeindemitglieder zum Gottesdienst, feiern die Feste des Jahreskreises und des Lebens.