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Knappen-Gedächtniskapelle, Peißenberg

Die Knappengedächtniskapelle

Den wohl schönsten Aussichtspunkt von Peißenberg hat sich der
Knappenverein Peißenberg e.V. ausgesucht, um dort auf der neuen
Bergehalde nach dem Plan von Herrn Architekt Wohlstatt aus Pähl eine
Kapelle zum Gedenken an die vergangene Bergbauzeit und an die
verstorbenen und 262 tödlich verunglückten Bergleute zu errichten.

Am 16. Juni 1996 wurde die Knappengedächtniskapelle durch Herrn Weihbischof Josef Grünwald, Augsburg, dem Heiligen Antonius von Padua und der Heiligen Barbara, beide Schutzpatrone der Bergleute, geweiht.

Die Kapelle steht genau in der Verlängerung der Schongauer Straße aus Richtung Hohenpeißenberg. Der Standort schließt ein Dreieck zwischen dem ehemaligen Zieglmeierschacht und der Kirche St. Barbara und außerdem steht sie genau auf der Verbindungslinie zwischen den Pfarrkirchen St. Johann und St. Barbara. Die Gestaltung der Kapelle ist schlicht. Der offene Dachstuhl erinnert an den Holzausbau in der Grube.
Die drei Wappen über dem Eingangsgitter sind Symbol für die Verbundenheit der Bergwerksorte Peißenberg, Hohenpeißenberg und Peiting. Vier Grubenlampen verleihen dem Kapellenraum eine düstere Atmosphäre.

Eine Besonderheit ist der Altar. Ein nach alten Plänen gebauter Grubenhunt mit Originalfahrgestell trägt die schwere Altarplatte, in die eine Reliquie des Heiligen Simpert, eingelassen ist. Bischof Simpert, geb. 750 n. Chr. und Bischof von Augsburg seit 778 n.
Chr., erhielt das Oberbayerische Bistum " Neuburg -Staffelsee" von Karl dem Großen zur Verwaltung übertragen. So wurde das "Staffelseebistum", welches das Gebiet unserer Heimat umfaßt hat, unter dem Hl. Simpert für immer dem Bistum Augsburg angegliedert.
An den Seitenwangen des Gestühls sind hölzerne Medaillons mit den Symbolen des Bergbaus, Schlägel und Eisen, angebracht.

Ein Meisterwerk sind die beiden Kapellenfenster. Sie sind so ausgerichtet, daß das rechte Fenster zum ehemaligen Schachtgeländeund das linke Fenster zur Kirche St. Barbara weist. Dementsprechend sind auch die Motive gestaltet. Das rechte Fenster zeigt
einen Bergmann bei seiner schweren Arbeit im Schoß der Erde. Darüber schützend das Auge Gottes, das bis in die Tiefen des Schachtes Licht spendet. Alpha und Omega versinnbildlichen auf dem linken Fenster Anfang und Ende aller Zeiten, also auch die Epochen, in denen unsere Kohlenflöze vor ca. 30 Millionen Jahren entstanden sind und in denen sie in jüngster Zeit abgebaut wurden. Drei Bergleute in Festtagsuniform und mit Knappschaftsfahne versinnbildlichen den tiefen Glauben der Bergleute. Aus diesem Glauben heraus entstanden ihre traditionellen Feste, bei denen sie sich besonders festlich kleideten. Schließlich trug der Bergmann die Uniform auch beim Begräbnis eines Kameraden und es war guter Brauch, daß ein verstorbener Bergmann in seiner Uniform beerdigt wurde.

Die Glocke der Kapelle ist der Heiligen Anna, die ebenfalls zu den Schutzheiligen der Bergleute zählt, geweiht. Sie soll aber auch an die verstorbene Fahnenmutter des Knappenvereins, Anna Kern, erinnern. Das Gewicht der Glocke beträgt ca. 55 kg, der Durchmesser 41 cm und der Ton ist ein "h". Sie ist mit einem automatischen Läutwerk ausgestattet und wird zu den üblichen Zeiten geläutet. Insbesondere wird sie aber verkünden, wenn ein Mitglied des Knappenvereins von dieser Welt abberufen wurde.

Besichtigung ganzjährig möglich.
Pfarramt St. Johann
Hauptstr. 7
82380 Peißenberg

Telefon:
+49(8803)-1420
Homepage:

 

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