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Mehr als ein Dutzend Klöster prägte über viele Jahrhunderte hinweg das Land zwischen Lech und Loisach. Deshalb wird das Gebiet seit Jahrhunderten Pfaffenwinkel genannt.
Jedes der Klöster hat einen guten Namen in der Kunst- und Geistesgeschichte: Andechs, Benediktbeuern, Bernried, Dießen, Ettal, Polling, Rottenbuch, Steingaden, Wessobrunn usw. Die Stifte der Benediktiner, Augustinerchorherren und Prämonstratenser waren Zentren der Landeserschließung und überregionale Schwerpunkte für Kunst und Wissenschaft. Sie wirkten als Bildungsträger, Arbeitgeber und sozialer Rückhalt der Bevölkerung. Welchen Einschnitt die Säkularisation des Jahres 1803 bedeutete, kann man daran ermessen, dass im Pfaffenwinkel bis heute die damalige Zahl an Gymnasien und Hochschulen nicht mehr erreicht wurde. Alle großen Kirchenbauten mit Ausnahme der fürstlichen Basilika in Altenstadt gehen auf klösterliche Bautätigkeit zurück, das UNESCO-Weltkulturerbe, die Wallfahrtskirche auf der Wies eingeschlossen.
Wessobrunner Gebet
Das um 800 in althochdeutscher Sprache verfasste Gebet, eines der ältesten poetischen Denkmäler der deutschen Sprache, hat im Kloster Wessobrunn die Zeiten überdauert. Wortgewaltig wird die Zeit vor der Schöpfung geschildert, als weder Baum noch Berg waren, weder Sonne noch Mond schienen und auch die herrlichen Seen nicht glänzten, aber doch der freigiebige Gott, der dann alles so wunderbar geschaffen hat, schon war.
Am Ausgangspunkt und der Quelle barocker Ausstattungskunst, dem Klosterdorf Wessobrunn ist noch vieles von der einstigen Größe ...
Ehemaliges Benediktiner-, später Augustinerchorherrenstift aus der Zeit Herzog Tassilo III., um 750 gegründet.
Ehem. Augustinerchorherrenstift. Gründung 1073 unter Herzog Welf I.. Einzigartige Rokokoausstattung einheimischer Künstler.
Heute Fortbildungshaus der Missions-Benediktinerinnen. Teile der barocken Klosteranlage und des Klosterparks sind erhalten.